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Mutant X Interviews: Ralph Moeller (3/09 Tele 5)



Presse Portal 3/13/09: Ralph Moeller

Ralph Moeller im Tele 5-Exklusiv-Interview
'Mutant X', Mi., 18. März, 18.10 Uhr: Ralph Moeller

Tele 5 zeigt am 18. März um 18.10 Uhr die Folge ,Tödliches Serum' der Sci-Fi-Serie ,Mutant X' mit Ralph Moeller in einer Gastrolle

Ralph Moeller hat geschafft, wovon viele deutsche Schauspieler träumen: Eine erfolgreiche Hollywood-Karriere. Im Exklusiv-Interview mit Tele 5 spricht der gebürtige Westfale über Havannas mit Arnold Schwarzenegger, Nazi-Rollen und über den Einfluss von Gewaltfilmen auf Jugendliche.

Tele 5: Wie kamen Sie zu der Rolle in ,Mutant X'?

Ralph Moeller: Sie wurde mir angeboten, ohne Casting. Ich habe in Amerika bereits einen Standard und die Produzenten wissen Bescheid, wer ich bin. Solche TV-Rollen nimmt man gerne an.

In ,Mutant X' spielen Sie eine sympathische Rolle. In anderen Filmen geben Sie aber gern mal den Bösen. Was macht mehr Spaß?

Ich spiele lieber den Bösen. Denn da hat man mehr Möglichkeiten, kann verrückt und fies sein. Der Gute ist immer etwas eintönig, auch wenn er der Held ist und die Sympathien auf seiner Seite hat.

In der Serie und auch in vielen Ihrer anderen Filme geht es um Übersinnliches. Glauben Sie daran oder gar an Außerirdische?

Man erwischt sich schon mal bei dem Gedanken, dass es im Universumnoch was anderes geben könnte. Aber irgendwie will man es dann doch nicht so richtig wahrhaben. Oft liest und hört man von Leuten, die gewisse Sachen erleben und Fähigkeiten besitzen, die man sich eigentlich nicht vorstellen kann. Ich glaube deshalb schon, dass mehr in uns steckt.

Hatten Sie beim Einstieg vom Profisport ins Filmgeschäft mit
Vorurteilen zu kämpfen?

Ja. Aber je mehr man arbeitet, umso mehr sehen die Leute, welche
Qualitäten du hast. Ich habe mit vielen verschiedenen Regisseuren und
Schauspielern zusammengearbeitet. So entwickelt man sich immer weiter
und letztendlich überzeugen Taten.

Apropos Vorurteile: Gibt es denn in Hollywood Vorurteile gegenüber
Deutschen, die man ja gern als Nazis besetzt? Wie sind Ihre
Erfahrungen?

Mir wurden selten Nazi-Rollen angeboten, das liegt wahrscheinlich
an meiner Statur. Aber Deutsche als Nazis zu casten, ist gang und
gäbe. Gerade hat z.B. Quentin Tarantino einen Film gemacht,
,Inglourious Basterds' mit Brad Pitt in der Hauptrolle. Da spielen
sehr viele Deutsche mit und fast alle sind Nazis. (lacht) Ich finde
es nicht so gut, solche Rollen zu spielen. Vielleicht machen manche
meiner Kollegen das nur, um mit einem bestimmten Star in einem Film
genannt zu werden. Das ist völlig in Ordnung, aber für mich
uninteressant. Entweder die Rolle muss stimmen oder es muss
finanziell lukrativ sein.

In Hollywood gibt es einige deutsche Schauspieler. Gibt es da
Konkurrenzdenken?

Überhaupt nicht. Wir sind alle so unterschiedlich, dass wir nicht
miteinander konkurrieren müssen. Außerdem gibt es mittlerweile auch
nicht mehr so viele Deutsche hier. Mit denen, die noch hier sind,
unternehme ich auch mal was. So bin ich mit Udo Kier gut befreundet
und treffe Jürgen Prochnow, der in meiner Nachbarschaft wohnt, ab und
zu zum Essen. Auch zu Roland Emmerich hab ich noch Kontakt und mit
Florian Henckel von Donnersmarck trainiere ich oft. Er ist ein großer
Bodybuilding-Fan.

Sie waren der erste Deutsche, der eine Titelrolle in einer
US-Serie ergatterte...

Richtig, das war ,Conan'. Mit dieser Serie waren wir in 80 Ländern
zu sehen. Ich hab damit gezeigt, dass der Deutsche nicht immer der
Böse oder der Nazi sein muss, sondern auch mal der Held. Aber dass
ich die Rolle bekommen habe, lag auch an meiner Größe von 1,96. Das
war von Vorteil.

War Ihre Größe bzw. Statur auch schon mal nachteilig für Ihre
Karriere?

Diese Situation hatte ich auch schon. Ich sollte neben Brad Pitt
in ,Sieben Jahre in Tibet' einen Kriegsgefangenen spielen. Aber ich
hab die Rolle dann doch nicht bekommen, weil der Film in den 40er
Jahren spielt und damals keiner so aussah wie ich. (lacht)

Sie gelten ja als einer der "Erben" von Schwarzenegger. Sehen Sie
das auch so?

Arnold und ich sind seit fast 28 Jahren befreundet. Als sein Erbe
würde ich mich aber nicht bezeichnen, auch wenn es eine große Ehre
ist. Jeder geht dann doch andere Karrierewege. Außerdem glaube ich
nicht, dass ich an seinen Erfolg rankomme. Er war immer Nummer eins,
erst im Sport, dann als Kassenmagnet und nun bekleidet er das höchste
politische Amt in Kalifornien. Es gibt keinen weit und breit, der ihm
das Wasser reichen kann.

Was halten Sie von seiner politischen Haltung?

Ich finde, er hat die goldene Mitte getroffen. Seine Politik ist
nicht zu konservativ, aber auch nicht zu links gerichtet. Er arbeitet
jetzt z.B. sehr eng mit Präsident Obama zusammen und unterstützt ihn
sogar, auch wenn er Republikaner ist. Außerdem war Arnold einer der
ersten Gouverneure, die sich mit Umwelt-Programmen befassten. Er hat
einen sehr gesunden Menschenverstand und darauf kommt es an.

Wäre Politik auch etwas für Sie?

Das nicht gerade. Aber ich setze mich sehr ein, z.B. für die
Initiative "Starke Typen", die ich mit der Familienministerin Ursula
von der Leyen gestartet habe, damit Jugendliche aus sozialen
Brennpunkten Jobs und Ausbildung bekommen und somit eine neue
Perspektive. Ich denke, dass ich in meiner jetzigen Position mehr tun
kann und effektiver bin als in der Politik. Dort wird viel
gesprochen, aber selten etwas umgesetzt.

Sie haben sicherlich für viele Jugendliche auch eine
Vorbildfunktion. Wie gehen Sie damit um? Wählen Sie Ihre Rollen in
Anbetracht dessen sorgfältiger aus?

Daran denke ich gar nicht. Ich bin Schauspieler und mache mir bei
der Auswahl meiner Arbeit keine Gedanken darüber, was Fans oder
andere denken könnten. Ich bin der Meinung, dass sich jeder von
seinen Vorbildern und Helden nur das Gute und Positive abgucken
sollte.

In Ihren Filmen wird oft geschlagen und geprügelt. Glauben Sie,
dass sich Zuschauer, besonders Jugendliche davon beeinflussen lassen?

Das glaube ich nicht. Sowas fängt in den Familien an. Dort muss
man ansetzen und sich um seine Kinder kümmern. Es gibt viele
Jugendliche, die den ganzen Tag an Computerspielen hängen. Die
Familie muss den Kids Halt geben, indem sie mit ihnen Gespräche
führt, ihnen zuhört und sich um ihre Probleme kümmert. Wenn man das
macht, weiß das Kind dann auch zwischen Gut und Böse zu
unterscheiden.

Sie sind einer der wenigen Prominenten, die ihr Privatleben nicht
in Boulevardblättern breittreten. Was denken Sie über Kollegen, die
tagtäglich in Schlagzeilen leben?

Das muss jeder selbst entscheiden. Aber viele leben auch von den
Schlagzeilen. Ich könnte ja auch mit meiner Familie in Zeitschriften
sein, Homestorys machen. Aber das ist nicht mein Ding. Für mich
kommen Sachen in Frage, die sinnvoll sind. Vor allem habe ich soviel
Selbstvertrauen, dass ich nicht jeden Tag in der Zeitung stehen muss.

Was machen Ihre Frau und Ihre Kinder beruflich?

Meine Frau Annette, mit der ich seit 20 Jahren verheiratet bin,
ist Künstlerin und dazu noch im Immobilienbereich tätig. Sie ist auch
aus Recklinghausen, wie ich. Meine Töchter Laura und Jaqueline sind
19 und 11. Laura studiert nächstes Jahr Kunst in San Francisco und
die Kleine spielt sehr gut Gitarre. Welche Richtung sie einschlägt,
weiß ich noch nicht. Aber erstmal sollen sie ihre Schule zu Ende
bringen und einen richtigen Beruf erlernen. Danach bleibt es ihnen
überlassen, was sie machen wollen. Ich würde sie in allem
unterstützen.

Sie sind mittlerweile in L.A. heimisch. Wollen Sie irgendwann
zurück nach Deutschland?

Ich bin sehr oft in Deutschland und besuche auch meine Eltern
ziemlich häufig, die nach wie vor in Recklinghausen leben. Es ist
nicht so, dass ich nur alle paar Jahre nach Deutschland komme. Ich
fühle mich sehr wohl in Kalifornien. Wie es in fünf oder zehn Jahren
aussieht, das weiß man nicht. Aber im Moment sehe ich das nicht
kommen.

Was steht demnächst auf Ihrem Spielplan?

Ich habe gerade einen Kino-Thriller mit dem Titel ,Slave' in
Berlin abgedreht sowie die US- und deutsche Version des
Animations-Films ,Monsters vs. Aliens' synchronisiert. Außerdem wurde
mir eine Rolle in der Kinoversion von ,Conan' angeboten. Aber nicht
die Titelrolle, die mit einem Jüngeren besetzt werden soll. Und auch
eine Rolle in ,Der kleine Hobbit', wo ich einen Wolfsmenschen spielen
soll. Aber es ist noch nichts in trockenen Tüchern.

Ihre Rollen sind sehr körperbetont. Was machen Sie, wenn der
Körper nicht mehr so stählern ist?

Da werde ich wahrscheinlich mit Arnold Havannas rauchen. (lacht)

Unser Sendermotto ist ja "Wir lieben Kino". Warum lieben Sie Kino?

Kino ist für mich wie eine Zeitmaschine und bringt mich in eine
Welt, in der ich gerade sein möchte. Deshalb liebe ich Kino!

Interview: Baris Aslan, Tele 5

Textrechte: ©Presse Tele 5, Verwertung (auch auszugsweise)
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Tags: mutant x crew, mutant x interviews
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